Alte Gartennotizen

Februar 2017

Im nächsten November muss ich unbedingt einen Eimer mit Aussaaterde füllen(schon im Kalender notiert) und im Januar hereinholen. Obwohl seit vier Tagen Temperaturen über 7°C herrschen, ist der große Sack noch durchgefroren. Für die frühen Aussaaten ist die Erde unbedingt nötig. Außerdem kommen Ende Dezember die bestellten Samen vom Samentausch der GDS, und da sind immer Kaltkeimer dabei, die sofort ins Töpfchen müssen.

Der Grünkohl auf dem Dach ist wieder aufgetaut.  Besonders gut steht der `Halbhoher Grüner Krauser´  von Bingenheimer Saatgut dar. Dass er nur wenig höher als Feldsalat ist, liegt aber nicht an der Sorte. Die Pflanzen wurden im Juni Opfer von irgendwelchen Nagern, die aber freundlicherweise das Herz unbehelligt ließen. Er trieb wieder aus, doch im August fanden die Kohlweißlingsraupen Geschmack an ihm. Nur wer Spitzenstoffe mag, wird die Pflanzen mit den angefressenen Blättern stehen lassen. Auch hier wurde das Herz verschont. Wie er jetzt aussieht, sieht man auf dem Foto. Die im Herbst sehr schöne rote `Lippische Palme´ sieht dagegen sehr leidend aus.

Die Wurzelgemüse sind noch nicht zu ernten, der immer noch gefrorene Boden hält sie fest. Aber jetzt ist schon zu erkennen, wer  den Frost überlebt hat und wer zu Matsch wurde. Die Rote Bete `Weiße´, `Crapaudine´ und `Rote Kugel´ sind gut durchgekommen, auch der Mangold berappelt sich gerade.  Der gelblaubige Feldsalat sieht krank aus, `Fellingshäuser Fuchs´  steht gut da.

Die Lust an der Suppe

Die Lust an der Suppe.
Bei uns kommt fast täglich eine Suppe auf den Mittagstisch. Das größere Essen haben wir auf den frühen Abend verschoben. So wird man mitten am Tag nicht müde; und die Arbeit muss nicht lange unterbrochen werden. Ist sie dagegen getan, so wirkt das Kochen ausgesprochen entspannend.

Maximal ½ l Suppe für uns zwei. Was ist denn an Gemüsen vorhanden? Eigentlich immer da sind Zwiebeln, Kartoffeln, Möhren, Lauch usw. Was gibt es an Resten? Z.B. ein bisschen Soße, ein paar Erbsen aus der Dose, ein einsames Kohlpflänzchen  vom Dachgemüse. Es macht Spaß, auch im Februar Gemüse im eigenen Garten zu ernten. Durch die zufällige Kombination wird das Kochen kreativ,  und ich empfinde es überhaupt nicht als Belastung. Demnächst werde ich verschiedene Rote Bete verwenden. Den Frost haben alle drei Sorten `Weiße´, `Detroit 2´ und `Forono´  ganz problemlos überstanden. Petersilie, Grünkohl  und Winterlauch natürlich auch, aber selbst der Knollensellerie steht ganz gut da. Hierzu ist zu sagen, dass wir in diesem Winter bisher eine zwar ungewohnt lange, dafür aber durchgehende Frostperiode hatten. Die Gemüse waren also mit ihren natürlich angelegten Frostschutzmitteln ganz gut gesichert. Sobald es taut, wird der Frostschutz abgebaut – und steht dann beim nächsten Frost nichts mehr zur Verfügung. Es ist also sicherer, die Rüben jetzt alle zu ernten, bevor sie zu Matsch werden.

Moose – nicht nur im Garten

Bemooste Terrasse

Momentan ist unsere Terrasse ganz grün vom Moos (vermutlich Brachythecium salebrosum – Glattstieliges Kurzbüchsenmoos – welch ein schöner Name!). Nichts für Sauberkeitsfanatiker. Uns dagegen gefällt es. Vor allem wenn es am Nachmittag von der tiefstehenden Sonne beschienen wird und wir es von der warmen Diele aus genießen können, ist es ein echter Hingucker. Das Grün leuchtet in vielen warmen Tönen. Da wir momentan nicht sehr oft auf der Terrasse sind, besteht  keine Rutschgefahr. Das ist nur an regenreichen Sommertagen der Fall; und auch dann meidet man diese Fläche. In Trockenperioden ist das Moos nur zu ahnen. Einen kleinen Eindruck vom Nutzen der Moose vermitteln einige  Auszüge  aus „Moosflora der Schweiz“, Homepage vom Botanischen Institut der Universität Zürich:

  • Bioindikatoren  Das Vorkommen einer Moosart erlaubt Rückschlüsse auf die ökologischen Bedingungen am Wuchsort. So können Moose direkt als Anzeiger für bestimmte Umweltbedingungen verwendet werden. Indirekt werden sie für die Ermittlung der Schwermetallbelastung in der Schweiz verwendet. Sie eignen sich hierzu besonders gut, weil sie alle Stoffe, die im Niederschlag enthalten sind, ungefiltert aufnehmen und speichern. Durch die Messung des Schwermetallgehalts im Moos lassen sich genaue Aussagen über die Schwermetallbelastung am Wuchsort machen.
  • Lebensraum für Kleinstlebewesen  In Moospolstern leben unzählige kleine Tierchen wie Milben, Springschwänze, Bärtierchen, Spinnen, Schnakenlarven, Käfer und viele andere. In einem Quadratmeter Moos wurden bis zu 60‘000 Tierchen gezählt, eine Kleinstadt auf kleinstem Raum.
  • Baumaterial  Nicht nur Vögel verwenden Moose für den Bau ihrer Nester, auch Menschen nutzen Moose als Füllmaterial für Wandfugen, Matratzen, Schuhsohlen, Windeln und vieles mehr.

Zum Lebensraum möchte ich ergänzen: „So wenige Vögel am Futterplatz?“ Vögel müssen sehr ökonomisch mit ihren Energiereserven umgehen. Sie brauchen das bis zu Dreifache ihres Körpergewichtes an Nahrung. Ist die Nahrungsquelle weiter entfernt von ihrem Unterschlupf, so ist der Aufwand für den Hin- und Rückflug vermutlich höher als der Nutzen. Finden die Vögel dagegen im Garten genügend Verstecke und später Nistmöglichkeiten, dann kommen  auch mehr an den Futterplatz.  Tierische Nahrung ist knapp. In den dünnen Moospolstern finden die Tiere aber selbst im Winter noch einige Leckerbissen.

Winterlinge

Wenige alte Pflanzen und Sämlinge aus mehreren Jahren
Heller Winterling: Sorte `Schwefelglanz´

Auf Winterlinge möchte ich auf keinen Fall verzichten. Sie sind tatsächlich die ersten und fangen mit ihren gelben Köpfchen die Sonne ein. Phänologisch herrschte in diesem Jahr tatsächlich noch Winter, denn die Haselkätzchen blühten erst 2 Wochen nach den ersten Winterlingen. Die männliche Blüte (Kätzchen) der Haseln zeigen, wann  wettermäßig der Vorfrühling beginnt.
Aus einer einzigen Knolle können im Laufe der Jahre bis zu 40 Blütenstiele sprießen. Man versetzt die Pflanzen am besten jetzt oder wenn sie gerade abgeblüht sind. Die Knollen, die Sie im Herbst kaufen, sind wenig erfolgreich. Von 10 Knöllchen gedeihen maximal 2. Bei Ware aus einem guten Blumenzwiebel-Versandhandel hat man etwas mehr Erfolg, weil die Blumen bis zum Versenden unter optimalen Bedingungen aufbewahrt werden. Im (…)Markt gekaufte sind ausgetrocknet. Lassen sie sich ein Töpfchen mit Winterlingen schenken oder kaufen sie eines auf den vielen Gartenmärkten, die im März beginnen.

Im Februar  findet man auch noch die besten Standorte. Das kann ruhig zwischen Stauden sein, die jetzt noch nicht in Erscheinung treten, z. B. Hosta oder Narzissen. Winterlinge brauchen  im Herbst  eine Laubdecke, genauso übrigens wie die später blühenden Buschwindröschen.  Beide miteinander verwandte Arten (Hahnenfußgewächse) sind so genannte Mullbodenbewohner. Sie fühlen sich nicht wohl in Gärten, in denen der Ordnung halber jedes Laubblättchen (und damit wertvoller Humusbildner) abgekratzt wird. Wer möchte schon den Winter ohne warme Kleidung oder warme Decke in eisiger Kälte verbringen?

Wenn sie die Winterlinge auch so mögen wie ich, sollten Sie sie aussäen. Erstens bedecken sie auf diese Weise billig eine größere Fläche. Zum anderen wird man nach einigen Jahren merken, dass  sich unterschiedliche Klone gebildet haben mit abweichender Blütezeit. Ich spreche hier erstmal von Eranthis hyemalis. In jedem Fall später blühend ist Eranthis cilicia mit zarteren Blättern. Eranthis pinnatifida blüht cremeweiß. Aber darüber hinaus gibt es auch einige Sorten wie z.B. Schwefelglanz oder Grünling, im Garten unserer Freundin Ruth Treff entstanden.

Wie schreibt Christian Seiffert? Am Anfang Geduld, später Panik. Mit den Winterlingen sei es wie mit der berühmten Geschichte von den  Weizenkörnern auf dem Schachbrett.   

Ein Kommentar

  1. Liebe Eveline,
    habe Deinen Artikel hier sehr gerne gelesen und finde Deine Homepage sehr spannend und interessant. Werde Dich sicherlich auch noch öfters das eine oder andere fragen wollen. Unwissenderweise ahbe ich im Herbst nur ein oder zwei Tütchen mit Winterlingen-Knollen gesetzt. Winterlinge hatte ich früher im alten Garten in Massen vorgefunden und habe sie all die Jahre als erste leuchtende Frühlingsboten unter Buschen und Bäumen sehr geliebt.
    Nun sind bei mir wider Erwarten doch einige ausgetrieben (hatte sie glücklicherweise mit einer Mulchdecke geschützt) und leuchten gerade in dieser herrlichen Frühlingssonne wunderschön, ich freue mich.
    Und auf Deine Rat hin werde ich nun Saatgut verschiedener Sorten besorgen und dieses großflächig ausbringen.

    Vielen Dank!

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