Hat hier jemand was zu MELDEN?

4 Kübel, im Herbst großzügig mit Kompost aufgefüllt und einige Stauden hinein gepflanzt
– Sonnenbraut, Rittersporn, Natternkopf –
rechts ist ein abgeernteter Wirsing zu sehen, der in den Blattachseln wieder austreibt (Verwendung wie Rapa).
Aufgegangen sind Löffelkraut, Kamille, Büschelnelke und ganz viel Melde in drei Sorten.

Melden kennen ganz viele Leute als Unkraut. Die überall vertretene Ackermelde kommt vorwiegend in Hackfruchtkulturen vor und ist ein Stickstoffanzeiger. Botanisch gesehen ist sie ein Gänsefuß = Chenopodium – und ist eher mit Quinoa verwandt als mit der Gartenmelde.
Gänsefuß , z. B. Chenopodium quinoa, Chenopodium giganteum `Magenta Spreen´
Gartenmelde, Atriplex hortensis:

Die Gartenmelde empfehle ich Garten-Anfängern. Eine leichtere und zugleich erfolgreiche Kultur kann man sich kaum denken. Unsere Vorfahren haben das wohl auch zu schätzen gewusst und dabei etwa 30 Varietäten selektiert. Ich habe drei. eine Einkreuzung konnte ich bisher nicht beobachten. In Deutschland kommen Garten-Melden erst wieder seit etwa 30 Jahren vor, In Polen habe ich sie nördlich von Warschau aber noch in etlichen Gärten gesehen.

Meine drei Varietäten:

meistens noch gelber
wie gehämmert
starke Leuchtkraft

Baumspinat `Magenta Spreen´

Meistens erntet man die Melden zum ersten Mal Ende Mai durch Abschneiden. Man kann aber auch im Laufe des Sommers die einzelnen Blätter pflücken, was natürlich viel mühseliger ist. Das gleiche gilt für den Baumspinat. Alle Zubereitungen wie für Spinat und Mangold sind möglich. Junge Pflanzen eignen sich durchaus als Salat oder zumindest für eine Salatmischung. Dabei sind die gelben am mildesten.
Während Melde zum Herbst nicht mehr schmeckt, kann man den Baumspinat zwischen September und Oktober wie Grünkohl zubereiten.
Die Gartenmelde enthält viel Vitamin C und Provitamin A) , außerdem die Mineralstoffe Kalium, Magnesium, Kalzium Phospo r. Oxalsäure ist nur in kleinsten Mengen enthalten. Saponine, die z.B. für die Bodenerschließende Wirkung von Spinat verantwortlich sind, kommen bei der Melde in den Früchten vor und haben leicht abführende Wirkung.

Normalerweise werden Melde und Baumspinat nicht verpflanzt – wenn doch, dann nur mit reichlich Erdballen – sondern im April in Reihen gesät. Melden und Baumspinat sind Selbst- bzw. Windbestäuber.
Je nach Farbe machen sich die Pflanzen auch recht gut im Blumenbeet. Mir gefällt es gut, wenn man die roten Sorten so pflanzt, dass die Abendsonne dagegen scheint.

Melde und Baumspinat etwa 1,50m hoch
Fruchtstände der Roten Melde

Warum Baumspinat? Chenopodium giganteum kann sehr hoch werden. Meine höchste Pflanze, die sich selber in eine Fuge ausgesät hatte, war 3,40m hoch. Dabei ist der Stängel so stabil, dass sie nie umkippt. meine Freundin verwendet die Stängel im Folgejahr zum Stäben von Blumen.

Die beiden Gattungen gehören zu den Gänsefußgewächsen = Chenopodiaceae. Damit sind sie verwandt mit Spinat, Rote Bete, Mangold und den weniger bekannten Arten wie Guter Heinrich und Erdbeerspinat. Während Spinat im Spätsommer (Herbsternte) oder im Herbst (Frühjahrsernte) gesät und geerntet wird, fällt die Ernte der beiden beschriebenen Pflanzen in die Sommermonate.

Im Hintergrund Tellerkraut
Hier kann schon geschnitten werden

Im Märzen der Bauer…

Frühlingskrokus (Crocus vernus) `Rembrandt´

Im Märzen der Bauer – wenn die großblumigen Krokusse blühen, beginnt die Gartenarbeit
Die Rößlein einspannt – bei schweren Böden sind Pferde besser als Maschinen
Er pflanzt und er schneidet – Die Frühjahrspflanzzeit beginnt,
Die Bäume im Land die Zeit des Baumschnittes endet
Er ackert, er egget – Gründüngung abharken oder einarbeiten, Beete oberflächlich lockern
Er pflüget und sät – erste Saaten: Puffbohnen, Frühmöhren, Zwiebeln stecken, später Palerbsen
Und regt seine Hände – um die Zeit macht das auch viel Spaß
Gar früh und noch spät – Entweder oder. Abends duftet der Garten nach Erde, und die Amseln flöten
Den Rechen, den Spaten – Der Rechen ist wichtig, der Spaten nur zum Einpflanzen
Den nimmt er zur Hand – Das Gerät sollte handlich sein, es gibt auch gute, leichte Damenspaten
Und ebnet die Äcker – die Saatbeete werden bis zu dreimal in drei Richtungen geharkt
Und Wiesen im Land – Rasen mit spitzer Harke bearbeiten, das entfernt Abgestorbenes und lüftet
Auch pflegt er die Bäume – Laub von den Baumscheiben entfernen (Wärme) und Boden lockern
Mit edlerem Reis – Zeit zum Veredeln: für Pfropfung und Chip-Veredlung
Und spart weder Arbeit
Noch Mühe noch Fleiß Chip-Veredlung

Das Samenkorn spricht:

Säst du im Märzen mich zu früh
ists oft vergeb´ne Liebesmüh.

Säst du mich im April,
dann komm ich, wann ich will.

Säst du mich im Mai,
komm ich schnell herbei.

Der Namen gebende März ist die Hochzeit des Märzenbechers, Ihn mag ich auch sehr gerne. Leider wachsen in unserem Garten nur sehr wenige, aber mit ihm muss man mehr Geduld haben als mit den Schneeglöckchen. Hier füge ich nur ein Foto ein.

Gar nicht weit weg wächst diese Verwandte der Amaryllis auf ca 3000m“

Weitere Fotos und texte findet ihr unter: maerzenbecher-bei-homberg-ohm/

Phänologie: Der Erstfrühling beginnt mit der Blüte der Forsythie und des Buschwindröschens.
Weitere Beobachtungen: Austrieb von Rosskastanie, Eberesche, Hänge-Birke, Schlehe und Apfel. Bei Reben beginnt das Bluten.
In der Mitte bis gegen Ende des Erstfrühlings ist die Blattoberfläche sichtbar bei Europäischer Lärche, Rosskastanie, Schwarzerle, Hängebirke und Stachelbeere. Stachelbeere und Rote Johannisbeere beginnen zu blühen.
Wer die Gelegenheit hat, Ackerbaukulturen zu beobachten, sieht im Erstfrühling die Aussaat von Hafer und Zuckerrüben, den Aufgang von Hafer und das Schossen von Raps.

Der Erstfrühling kann sich im Norden und in den Höhenlagen bis Ende April hinziehen.

Saatgutangebote Blattgemüse

Salate, Melden, Mangold, Kohl und andere, Aussaat ab März
1j=Pflanzen blühen im 1. Jahr, 2j=Pflanzen blühen nach Überwinterung, PK=Eignung für Permakultur
B BaumspinatMagentaspreen1j, einfach, bis 3m, später Selbstaussaat, PK
B ChicoreeRosso Verona2j, zum Treiben, Blätter purpur 
B ChicoreeVariegata di Castelfranco2j, rund, helle Blätter getupft
B Chicoreezum Schnitt, Catalogna Brindisina2j, mehrköpfig
B EichblattsalatKanarienzunge1j, lange, schmale Blätter
B KopfsalatAttraktion1j, schöne Köpfe
B KopsalatRadicchetta1j, zum Pflücken
B MangoldLukullus2j, grün, Blätter+Stängel
B MangoldEwiger Spinat2j, grün, Blätter, Selbstaussaat, PK
B Melderot1j, einfach, bis 1m, Blätter purpur, Selbstaussaat, PK
B Meldegelb1j, einfach, bis 1m, Blätter gelbgrün, Selbstaussaat, PK
B RömersalatWiener Maidi1j, locker, Anbau III-VIII
B SpargelsalatCeltuce1j, Blätter + Stängel, III-VIII
B SpargelsalatMischung1j, Blätter + Stängel, III-VIII, z.T. Selbstaussaat, PK
B WinterendivieGelber Escariol2j, feine Blätter, Aussaat ab E VI-VII
B ZichorieZuckerhut2j, ovale 40cm lange Köpfe, ab V
B Spargelsalat Kasseler Strünkchen1j dicke, abgerundete Blätter, orig. hessische Sorte
K GrünkohlHalbhoher Grüner Krauser2j, ca 80cm, A EV -A VIII
K GrünkohlNero di Toscana2j, 60- 80cm, A EV -A VIII
K GrünkohlOstfriesische Palme2j, bis 1,60m, auch Federkohl
K GrünkohlSchlossgarten Eutin2j, grün, 100cm
K WeißkohlPenca de Chaves2j,lockerer Weißkohl, lecker
Spargelsalat `Grüner Stern´ – Selbstaussaat
Eichblattsalat

oben fast erntereifer Zuckerhutsalat
oben rechts Blüten des Zuckerhut-Salates im folgenden Jahr
unten rechts: Kopfsalat in Blüte

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Roemersalat.jpg
Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Escarioljpg.jpg

Nutzpflanzen

Das ist ein weites Feld, um es mit Theodor Fontane zu sagen. Darum zähle ich einfach nur auf, auf welche vielfältige Weise Pflanzen genutzt werden. Die Liste lässt sich durchaus erweitern.

  • als Nahrungsmittel
  • als Baumaterial
  • als Bekleidung
  • als Medikament
  • als Farbstofflieferanten
  • als Energielieferanten
  • als Viehfutter
  • als Rauschmittel

Beiträge:
– Manche wollen hoch hinaus Etagenzwiebeln
– sitzen unterm Hollerbusch Holunder

Pflanzen als Nahrungsmittel: Das ist sicher die älteste Verwendung. Dabei wurde nach Möglichkeit alles genutzt, von der Wurzel bis zur Frucht. Heute sind wir viel einseitiger geworden. Bei den meisten essbaren Pflanzen werden – zumindest in den Industrieländern – saftige Früchte und Blätter verwendet mit geringem Energiegehalt. Auch dies ist ein Grund für die Verarmung an Pflanzenarten und Sorten.

Pflanzen als Baumaterial: Deren Nutzung dürfte bald danach gekommen sein, Als Schutz gegen Regen und Schnee bauten unsere Vorfahren provisorische Dächer aus Schilf oder Hütten oder später Holzhäuser und verwendeten Stroh in Lehmwänden. Das ökologische Bauen greift zum Teil auf Pflanzen zurück.

Pflanzen als Bekleidung: Auch heute noch verwendet man Pflanzenfasern, um Gewebe aus Baumwolle, Leinen, Viscose, aus Jute oder Sisal herzustellen. Der Begriff Textilien wird abgeleitet von Textor = Weber und Tilia = Linde.

Pflanzen als Medikament: Versuch und Irrtum, Beobachtung von Tieren. Auf dieser Grundlage beruhen die ersten Anwendungen der Pflanzen gegen Krankheiten. Ein alter Brauch ist die Kräuterweihe am 15. August. Die Pharmazeutische Industrie hat die Pflanzen nicht verdrängt; Sie versucht aber, sie selber auszunutzen. So wird z.B. im Tropischen Regenwald intensiv nach Pflanzen (und Tieren) mit Heilwirkung gesucht.

Pflanzen zum Färben: Als älteste Nutzung gilt die Körperbemalung. Womit verfärbt man beim Obst- und Gemüseputzen die Hände? Diese Farben dann auf die Häute von Tieren zu übertragen, lag nahe. Über die heutige wirtschaftliche Bedeutung von Färbepflanzen konnte ich nichts finden. Wer hilft mir?

Pflanzen als Energielieferanten: Nachdem man das Feuer entdeckt hatte, wurde Holz zum Wärmen und Kochen genutzt. Brennende Kien(=Kiefer)späne waren noch im 19. Jahrhundert ein Ersatz für die teuren Wachskerzen. Und heute? Die Maislandschaften Niedersachsens und die gesamt 3 Millionen Hektar Maisanbaufläche in Deutschland sprechen für sich – und ihre Landschaften zerstörende Energie.

Pflanzen als Viehfutter: Bis vor wenigen Jahrhunderten ernährte man die Tiere, indem man sie weiden ließ. Später dienten Laub (=Laube), Heu, Rüben, schlechte Kartoffeln im Winter als Futter. „Jeder Hof verträgt nur so viele Tiere, wie er mit eigenem Futter ernähren kann“. Riesen-Tierfarmen mit Schnellmast kippten diesen Grundsatz. Gute Lebensmittel werden für die Tiermast statt für hungernde Menschen verwendet und wertvolle Lebensräume vor allem in den Tropen durch deren Anbau zerstört. Aber: Soja wächst auch in Deutschland; und sonstige Hülsenfrüchte sind in bestimmten Kombinationen sehr gutes Tierfutter.

Pflanzen als Rauschmittel: Obst und Getreidebreie gären. Wegwerfen konnte man sich nicht leisten. Aber das beschwipste Gefühl nach deren Verzehr initiierte die Verbesserung dieses Prozesses und in Folge Bier-, Wein-, Schnapsherstellung – weltweit mit den regional vorkommenden Pflanzen. – Da war doch noch mehr? Eine wichtige Pflanze ist der Tabak. Sein Anbau unterliegt in Deutschland dem Betäubungsmittelgesetz. Die Pflanzen die dem BtMG unterliegen, werden in unserem Saatgutangebot nicht aufgeführt.

Galerie wird fortgesetzt – Foto mit M. Gastl: Screenshot während seines Online-Vortrages

Manche wollen hoch hinaus

Hier kann geerntet werden

Die Etagenzwiebel -Allium cepa var. proliferum (syn.A.c. var. viviparum)

Viele Leute nutzen rote, weiße, gelbliche Zwiebeln aus dem Supermarkt. Die Zwiebel ist seit Jahrtausenden in Kultur, daher kennt man die Anzahl der Sorten nicht. In Deutschland sind die Zittauer Gelbe und die Stuttgarter Riesen am bekanntesten. Pro Jahr werden weltweit fast 100 Millionen Tonnen für den Markt produziert. Während die Speisezwiebeln bei uns ab März gesteckt und bis Ende Juli geerntet werden, gibt es viele Zwiebelarten, die ausdauernd sind. Einmal gepflanzt, überleben sie Jahrzehnte am selben Platz. Eine davon ist die Luft- oder Etagenzwiebel. Am Ende der Schlotte bildet sie kleine Zwiebelchen, die gleich wieder austreiben und eine dritte, eventuell sogar eine vierte Etage bilden. Im Garten meiner Eltern stand sie sinnvollerweise am Zaun. Die Etagenzwiebel hat ein ausgeprägtes Aroma, durchaus scharf, aber wegen ihrer Größe gut geeignet, wenn man mal ein bisschen Zwiebel braucht. Ich war jahrelang nicht gut auf sie zu sprechen. Meine Mutter nutzte nämlich zum Einlegen von Gurken am liebsten diese Zwiebel – und ich durfte sie pellen. Eine sehr mühselige, tränenreiche Aufgabe.

Saatgutangebote regional

MAXI(maler) Saatguthüter

Die Abbildungen und Listen auf den folgenden Seiten zeigen Saatgut, das von Mitgliedern der VEN-Regionalgruppe Mittelhessen erzeugt wurde. Am Aufdruck unten kann man erkennen, aus welchem Ort es stammt. Verkauf über Facebook-Gruppen Biebertal und Initiative Gleiberger Land über PN.
Die Tüten werden gegen eine Erhalterspende von 2,00€ pro Tüte abgegeben, Blumensaatgut bis auf wenige Ausnahmen (Pflanze bildet wenig Samen oder eine Fremdbestäubung wurde verhütet) für 1,00€ pro Tüte.

Bitte bestellen Sie n i c h t über die Kommentarfunktion, sondern über meine Email-Adresse: eveline.renell@gmail.com

Das Angebot ist ein Ausschnitt. Die Liste dessen, was uns momentan zur Verfügung steht, wird regelmäßig aktualisiert.
Die Tüten werden gegen eine Erhalterspende von 2,00€ abgegeben, Blumensaatgut bis auf wenige Ausnahmen (Pflanze bildet wenig Samen oder eine Fremdbestäubung wurde verhütet) für 1,00€ pro Tüte.

Körnerbohnen sind wunderbar bunt und verschieden gezeichnet..
Siehe Saatgutangebote – Hülsenfrüchte

Alte Gartennotizen

Februar 2017

Im nächsten November muss ich unbedingt einen Eimer mit Aussaaterde füllen(schon im Kalender notiert) und im Januar hereinholen. Obwohl seit vier Tagen Temperaturen über 7°C herrschen, ist der große Sack noch durchgefroren. Für die frühen Aussaaten ist die Erde unbedingt nötig. Außerdem kommen Ende Dezember die bestellten Samen vom Samentausch der GDS, und da sind immer Kaltkeimer dabei, die sofort ins Töpfchen müssen.

Der Grünkohl auf dem Dach ist wieder aufgetaut.  Besonders gut steht der `Halbhoher Grüner Krauser´  von Bingenheimer Saatgut dar. Dass er nur wenig höher als Feldsalat ist, liegt aber nicht an der Sorte. Die Pflanzen wurden im Juni Opfer von irgendwelchen Nagern, die aber freundlicherweise das Herz unbehelligt ließen. Er trieb wieder aus, doch im August fanden die Kohlweißlingsraupen Geschmack an ihm. Nur wer Spitzenstoffe mag, wird die Pflanzen mit den angefressenen Blättern stehen lassen. Auch hier wurde das Herz verschont. Wie er jetzt aussieht, sieht man auf dem Foto. Die im Herbst sehr schöne rote `Lippische Palme´ sieht dagegen sehr leidend aus.

Die Wurzelgemüse sind noch nicht zu ernten, der immer noch gefrorene Boden hält sie fest. Aber jetzt ist schon zu erkennen, wer  den Frost überlebt hat und wer zu Matsch wurde. Die Rote Bete `Weiße´, `Crapaudine´ und `Rote Kugel´ sind gut durchgekommen, auch der Mangold berappelt sich gerade.  Der gelblaubige Feldsalat sieht krank aus, `Fellingshäuser Fuchs´  steht gut da.

Die Lust an der Suppe

Die Lust an der Suppe.
Bei uns kommt fast täglich eine Suppe auf den Mittagstisch. Das größere Essen haben wir auf den frühen Abend verschoben. So wird man mitten am Tag nicht müde; und die Arbeit muss nicht lange unterbrochen werden. Ist sie dagegen getan, so wirkt das Kochen ausgesprochen entspannend.

Maximal ½ l Suppe für uns zwei. Was ist denn an Gemüsen vorhanden? Eigentlich immer da sind Zwiebeln, Kartoffeln, Möhren, Lauch usw. Was gibt es an Resten? Z.B. ein bisschen Soße, ein paar Erbsen aus der Dose, ein einsames Kohlpflänzchen  vom Dachgemüse. Es macht Spaß, auch im Februar Gemüse im eigenen Garten zu ernten. Durch die zufällige Kombination wird das Kochen kreativ,  und ich empfinde es überhaupt nicht als Belastung. Demnächst werde ich verschiedene Rote Bete verwenden. Den Frost haben alle drei Sorten `Weiße´, `Detroit 2´ und `Forono´  ganz problemlos überstanden. Petersilie, Grünkohl  und Winterlauch natürlich auch, aber selbst der Knollensellerie steht ganz gut da. Hierzu ist zu sagen, dass wir in diesem Winter bisher eine zwar ungewohnt lange, dafür aber durchgehende Frostperiode hatten. Die Gemüse waren also mit ihren natürlich angelegten Frostschutzmitteln ganz gut gesichert. Sobald es taut, wird der Frostschutz abgebaut – und steht dann beim nächsten Frost nichts mehr zur Verfügung. Es ist also sicherer, die Rüben jetzt alle zu ernten, bevor sie zu Matsch werden.

Moose – nicht nur im Garten

Bemooste Terrasse

Momentan ist unsere Terrasse ganz grün vom Moos (vermutlich Brachythecium salebrosum – Glattstieliges Kurzbüchsenmoos – welch ein schöner Name!). Nichts für Sauberkeitsfanatiker. Uns dagegen gefällt es. Vor allem wenn es am Nachmittag von der tiefstehenden Sonne beschienen wird und wir es von der warmen Diele aus genießen können, ist es ein echter Hingucker. Das Grün leuchtet in vielen warmen Tönen. Da wir momentan nicht sehr oft auf der Terrasse sind, besteht  keine Rutschgefahr. Das ist nur an regenreichen Sommertagen der Fall; und auch dann meidet man diese Fläche. In Trockenperioden ist das Moos nur zu ahnen. Einen kleinen Eindruck vom Nutzen der Moose vermitteln einige  Auszüge  aus „Moosflora der Schweiz“, Homepage vom Botanischen Institut der Universität Zürich:

  • Bioindikatoren  Das Vorkommen einer Moosart erlaubt Rückschlüsse auf die ökologischen Bedingungen am Wuchsort. So können Moose direkt als Anzeiger für bestimmte Umweltbedingungen verwendet werden. Indirekt werden sie für die Ermittlung der Schwermetallbelastung in der Schweiz verwendet. Sie eignen sich hierzu besonders gut, weil sie alle Stoffe, die im Niederschlag enthalten sind, ungefiltert aufnehmen und speichern. Durch die Messung des Schwermetallgehalts im Moos lassen sich genaue Aussagen über die Schwermetallbelastung am Wuchsort machen.
  • Lebensraum für Kleinstlebewesen  In Moospolstern leben unzählige kleine Tierchen wie Milben, Springschwänze, Bärtierchen, Spinnen, Schnakenlarven, Käfer und viele andere. In einem Quadratmeter Moos wurden bis zu 60‘000 Tierchen gezählt, eine Kleinstadt auf kleinstem Raum.
  • Baumaterial  Nicht nur Vögel verwenden Moose für den Bau ihrer Nester, auch Menschen nutzen Moose als Füllmaterial für Wandfugen, Matratzen, Schuhsohlen, Windeln und vieles mehr.

Zum Lebensraum möchte ich ergänzen: „So wenige Vögel am Futterplatz?“ Vögel müssen sehr ökonomisch mit ihren Energiereserven umgehen. Sie brauchen das bis zu Dreifache ihres Körpergewichtes an Nahrung. Ist die Nahrungsquelle weiter entfernt von ihrem Unterschlupf, so ist der Aufwand für den Hin- und Rückflug vermutlich höher als der Nutzen. Finden die Vögel dagegen im Garten genügend Verstecke und später Nistmöglichkeiten, dann kommen  auch mehr an den Futterplatz.  Tierische Nahrung ist knapp. In den dünnen Moospolstern finden die Tiere aber selbst im Winter noch einige Leckerbissen.

Winterlinge

Wenige alte Pflanzen und Sämlinge aus mehreren Jahren
Heller Winterling: Sorte `Schwefelglanz´

Auf Winterlinge möchte ich auf keinen Fall verzichten. Sie sind tatsächlich die ersten und fangen mit ihren gelben Köpfchen die Sonne ein. Phänologisch herrschte in diesem Jahr tatsächlich noch Winter, denn die Haselkätzchen blühten erst 2 Wochen nach den ersten Winterlingen. Die männliche Blüte (Kätzchen) der Haseln zeigen, wann  wettermäßig der Vorfrühling beginnt.
Aus einer einzigen Knolle können im Laufe der Jahre bis zu 40 Blütenstiele sprießen. Man versetzt die Pflanzen am besten jetzt oder wenn sie gerade abgeblüht sind. Die Knollen, die Sie im Herbst kaufen, sind wenig erfolgreich. Von 10 Knöllchen gedeihen maximal 2. Bei Ware aus einem guten Blumenzwiebel-Versandhandel hat man etwas mehr Erfolg, weil die Blumen bis zum Versenden unter optimalen Bedingungen aufbewahrt werden. Im (…)Markt gekaufte sind ausgetrocknet. Lassen sie sich ein Töpfchen mit Winterlingen schenken oder kaufen sie eines auf den vielen Gartenmärkten, die im März beginnen.

Im Februar  findet man auch noch die besten Standorte. Das kann ruhig zwischen Stauden sein, die jetzt noch nicht in Erscheinung treten, z. B. Hosta oder Narzissen. Winterlinge brauchen  im Herbst  eine Laubdecke, genauso übrigens wie die später blühenden Buschwindröschen.  Beide miteinander verwandte Arten (Hahnenfußgewächse) sind so genannte Mullbodenbewohner. Sie fühlen sich nicht wohl in Gärten, in denen der Ordnung halber jedes Laubblättchen (und damit wertvoller Humusbildner) abgekratzt wird. Wer möchte schon den Winter ohne warme Kleidung oder warme Decke in eisiger Kälte verbringen?

Wenn sie die Winterlinge auch so mögen wie ich, sollten Sie sie aussäen. Erstens bedecken sie auf diese Weise billig eine größere Fläche. Zum anderen wird man nach einigen Jahren merken, dass  sich unterschiedliche Klone gebildet haben mit abweichender Blütezeit. Ich spreche hier erstmal von Eranthis hyemalis. In jedem Fall später blühend ist Eranthis cilicia mit zarteren Blättern. Eranthis pinnatifida blüht cremeweiß. Aber darüber hinaus gibt es auch einige Sorten wie z.B. Schwefelglanz oder Grünling, im Garten unserer Freundin Ruth Treff entstanden.

Wie schreibt Christian Seiffert? Am Anfang Geduld, später Panik. Mit den Winterlingen sei es wie mit der berühmten Geschichte von den  Weizenkörnern auf dem Schachbrett.   

Februar: Die Keimzeit beginnt

Keimender Mais
Mais wurde vom Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt zum Gemüse der Jahre 2021 und 2022 gewählt –

siehe auch Mais-Faltblatt

Für Mais wie auf dem Foto ist es im Februar noch zu früh. Aber Paprikasamen  muss jetzt  in die Erde, da er eine lange Kulturzeit hat. Hier verrate ich einen Trick: Der Topf mit den ausgesäten Paprika wanderte in einen verschlossenen Gefrierbeutel, der in eine Plastiktüte gesteckt wurde. Die Tüte habe ich dann an die Heizung gehängt. Erfolg: Schon nach 10 Tage kamen die jungen Pflänzchen heraus (sonst 3-4 Wochen). Noch ein paar Tage auf die Nachzügler gewartet, dann konnten sie ihr Tütenhaus verlassen und kamen ans helle Fenster.

Paprika `Augsburger´, eine gute Freilandsorte

Im Februar stecke ich jedoch seit Jahren Puffbohnen in Töpfe. Meine Freundin empfiehlt dazu den Fastnachtsdienstag (16. Februar 2021). Mitte März können dann Pflanzen von 10-15cm Länge ins Freie gepflanzt werden. Bei gutem Witterungsverlauf werden sie bereits Anfang Mai mit der Blüte beginnen.

Saatgut kann unterschiedliche Farben haben
Samen 1-2 Tage vorquellen
Puffbohnen werden weltweit angebaut
Flach auf die Erde legen und leicht eindrücken. Die Bohnen können auch schon ab +2° ins Freie gesät werden; beim vorziehen gib és aber weniger Schwarze Blattläuse
Die meisten Puffbohnen blühen weiß mit schwarz
Einige Sorten (Crimson, Nousch) haben eine schöne rote Blüte, sind aber weniger ertragreich

Wer genügend Platz hat, Tomatenpflanzen bereits im April in einem beheizten Gewächshaus oder einen Wintergarten aufzustellen, kann jetzt mit der Aussaat beginnen. Alle anderen warten besser bis etwa Mitte März. Gesunde, kompakte Pflanzen ergeben einen besseren Ertrag als gakelige, schwache.

Arbeiten drinnen:
Erste Düngung von Zimmerpflanzen Mitte und Ende des Monats
Rückschnitt von Fuchsien und Geranien, falls noch nicht im Herbst erfolgt
Antreiben von Knollenbegonien

Arbeiten draußen
Mit Staudenrückschnitt beginnen – als Unterpackung für Hochbeete,
Weiter Laub von Frühblühern entfernen – nicht auf Waldbeeten,
Weinreben- und Obstbaumschnitt an frostfreien Tagen

Phänologie: wir haben immer noch Vorfrühling (siehe Januar), aber in sehr milden Gebieten (Kaiserstuhl, Kölner Becken) können auch schon Pflanzen notiert werden, die zum Erstfrühling gehören. Ich orientiere mich an den Gegebenheiten in Biebertal.

Gartenvergnügen im Januar

Schneeglöckchenhorste, rechts oben die abgeschnittenen Lenzrosen

Heute ist der 20. Januar. Es ist ein milder und trockener Tag. Phänologisch haben wir noch Winter, aber mit dem Vorfrühling = Haselkätzchen beginnen zu blühen – rechne ich am Wochenende. Die ersten Winterlinge zeigen ihre grünen Köpfchen. Also muss ich in den nächsten Tagen die alten Blätter der Lenzrosen abschneiden. So kommen in wenigen Wochen ihre Blüten besser zur Geltung. Außerdem will ich die Fläche betreten, bevor die Winterlinge und Schneeglöckchen alle nach oben schieben. Auch das zu dick liegende Laub kann hier schon entfernt werden. Dann erwärmt sich der Boden leichter. Vor Kahlfrost fürchten sich diese Pflanzen nicht.

Was grünt und blüht im Januar? Mit „Grünen“ meine ich hier nur essbare Pflanzen, sonst wird es zu viel. Anders als der auf dem Foto in der Einleitung gezeigte Spitzkohl sind die meisten Pflanzen noch sehr klein und eignen sich für einen gemischten Salat oder eine Kräuterbutter.

Was grünt? Einige Kohlarten – Mangold – Feldsalat – Löffelkraut – Nadelkerbel – Kerbel – Barbarakresse – Petersilie – Knoblauchsrauke – Behaartes Schaumkraut – Gundelrebe

Was blüht? Hamamelis – Winterjasmin – Frühlingsalpenveilchen (Cyclamen coum)

Noch blüht das kleine Alpenveilchen (Cyclamen coum) sparsam

Phänologie: Im Januar blüht als erste phänologische Zeigerpflanze für den Vorfrühling die Haselnuss. Weitere Zeigerpflanzen sind Schneeglöckchen, Schwarzerle, Huflattich, Kornelkirsche und Salweide mit Blüten. außerdem beobachtet man das Ergrünen des Dauergrünlandes und den Austrieb der Stachelbeeren.
Der Vorfrühling kann sich bis in den März ziehen.