Mauerblümchen

in Biebertal-Königsberg

Königsberg liegt zwischen 300 und 400m über NN. Entsprechend liegt dort im Winter Schnee, und die Straßen sind glatt, bevor es die übrigen Gemeinden trifft. Die Schlossstraße windet sich in Kurven um den Berg herum, der an vielen Stellen von einer hohen Mauer gestützt ist. Wo es für die Autofahrerin aufpassen heißt, ist es für die Pflanzenfreundin pures Glück. Und als Besonderheit bietet die Autowerkstatt des Vertrauens neben dem Hof einen mit Blumen bepflanzten Treppenaufgang zum Privathaus. Ein sonniger, summender und duftender Warteplatz während des Reifenwechsels. Liebe Autowerkstätten: Nachmachen dringend erwünscht!

Bepflanzung mit Felsen-Steinkraut (Alyssum saxatile, gelb)
Blaukissen (Aubrietia dealbata, lila) und Schleifenblume (Iberis saxatilis, weiß)
Goldlack liebt Mauern
bitte sonnig, zwischen Steine und am Hang säen

Der hier blühende Goldlack (Erysimum cheiri, früher Cheiranthus) ist eine zwei- bis mehrjährige Pflanze aus Felsfluren des Mittelmeergebietes. Wegen des veilchenartigen Duftes wurde sie früh in Gärten gepflanzt,. die ursprüngliche Farbe ist goldgelb. Deshalb trug sie auch den deutschen Namen Gelbveilchen.. Auf Englisch heißt sie Wallflower. Der Goldlack sät sich wie fast alle Kreuzblütler üppig aus. Wenn Sie im Handel einen lila blühenden „Goldlack“ kaufen, so handelt es sich um eine lizensierte Pflanze, die selten duftet und sehr selten Samen bildet.
Auf dem Mauervorsprung, auf dem auch ein üppiger Horst Bartiris zu Hause ist, fühlen sich Eidechsen sehr wohl und sicherlich so einiges an Wärme liebenden Insekten, die unserem Zwergreptil fast zwischen die Zähne krabbeln. Ein lebendiger, kleiner Lebensraum.

Bartiris vor der Blüte, gelb hinten Schöllkraut; Der Ahorn sollte gerodet werden!

Goldlack gibt es überall als Samen zu kaufen. Am besten säen Sie ihn an Ort und Stelle, denn er bildet lange Wurzeln. Das Umpflanzen ist möglich, es gibt dann aber meist kleinere Pflanzen. Jetzt im Mai bis spätestens Anfang Juli ist der beste Zeitpunkt zur Aussaat. Wie nahezu alle Kreuzblütler keimt er schnell.
Im Gemüsegarten nicht neben Kohl säen!

Das blaue und das gelbe Meer in unserem Dorf

Stängelloser Enzian in einem Vorgarten in Fellingshausen
Und in einem anderen Garten im Nachbarort Bieber
Stängelloser Enzian – Gentiana acaulis

Anfang Mai habe ich in unserem Dorf diese schönen Enziane entdeckt. Die Pflanzung ist etwa 4m² groß und 10-12 Jahre alt. Die Inhaberin wies mich auf einen Garten im Nachbardorf hin, und der hat mich schier umgehauen. Wie er in ein paar Wochen aussieht, muss ich dann gucken, aber jetzt ist diese blaue Fülle unglaublich.

Die erste Pflanze wurde vor über 20 Jahren bei Obi erworben, gedieh gut, und alle paar Jahre wurden Tuffs umgesetzt. Das Verpflanzen erfolgt im März oder Oktober/November mit einem großzügigen Stück Boden dran, auch unten. Es gibt keine Drainage, aber ihr seht ja, dass das meiste in Hanglage wächst. Am neuen Standort steht die Pflanze anfangs etwas über vorherigem Niveau. Gedüngt wird nicht, aus optischen Gründen sind alle Beete mit Rindenmulch bedeckt, was mich sehr verwunderte. Der gewachsene Boden ist lehmig – mineralisch mit Kalk. Die an einigen Stellen sichtbare Buchsbaumhecke ist gesund und wird mit Algenkalk gestäubt. Aus dem ersten Garten bekomme ich demnächst eine Pflanze, worauf ich mich sehr freue.

In derselben Straße gibt es einige Gärten und eine kleine Wiese, in denen Primula veris mit unzähligen Blüten erfreut – ein gelbes Meer.

Alles Gelbe sind Primeln (Fotos 14.Mai)

In den 70er und 80er Jahren fuhren wir regelmäßig von Offenbach aus in den südlichen Odenwald. Ich freute mich sehr über die Primeln an den Böschungen, hatte aber das Gefühl, dass es von Jahr zu Jahr weniger wurden. Als ich vor 10 Jahren nach Mittelhessen zog, fand ich ich bei Herborn eine Wiese, in der diese Pflanze reichlich wuchs. Dass wir in Biebertal noch viel mehr davon haben, merkte ich erst ab 2019 bei unseren Fototouren für den Biebertaler Bilderbogen https://www.biebertal.online/ Der kalkhaltige Boden in der Gemeinde und im Umland lässt etliche Arten gedeihen, die schon unter Schutz stehen. Ich wünsche mir, dass noch mehr Leute auf ihren Rasenflächen zumindest einen Teil zu einer Blumenwiese wachsen lassen! Die Echte Schlüsselblume freut sich über trockene Verhältnisse und ist damit gut an Klimaveränderungen angepasst.

Komm, lieber Mai, und mache…

Komm, lieber Mai, und mache
die Bäume wieder grün
und lass mir an dem Bache
die kleinen Veilchen blühn!
Wie möcht‘ ich doch so gerne
ein Veilchen wieder sehn,
ach, lieber Mai, wie gerne
einmal spazieren gehn!

Text Christoph, Adolph Overbeck 1776
Musik Wolfgang Amadeus Mozart 1791
.

Heute sind die Bäume Anfang Mai schon grün; und die Veilchen – vermutlich waren die Hundsveilchen gemeint – blühen im April, die ersten Duftveilchen sogar schon Anfang März.

Das war selbst in meinem Leben nicht immer so. Ich kann mich erinnern, dass die Waldbäume (Buchen und Eichen) um 1965 in der Nähe von Hanau Anfang Mai noch kein Laub trugen. Meine 1984 geborene Tochter hat am 9. April Geburtstag, ihre Freundin am 25. Am Geburtstag meiner Tochter waren die meisten Bäume noch kahl, am 25. trugen die meisten Laub. Seit der Jahrtausendwende gab es mehrere Jahre, an denen wir schon richtig „im Grünen“ feiern konnten (im relativ warmen Offenbach)
Als Overbeck lebte , herrschte in Mitteleuropa die so genannte Kleine Eiszeit. Man datiert sie etwa von 1300 bis 1860, danach wurde es langsam wärmer. Ihr Beginn ist verbunden mit der Pest und einer großen Hungersnot. Beide zusammen sorgten dafür, dass 1/3 der europäischen Bevölkerung starb.

Die Veränderung des Klimas bringt in der Regel starke soziale Veränderungen mit sich. An Veränderungen der Pflanzenentwicklung kann man die Veränderung des Klimas erkennen. Das ist das Thema der Phänologie.

Leberblümchen: Das blaue Wunder

ist etwas für geduldige Gärtner

Mit ihr fing die Vermehrung an, rundliche Blütenblätter und blühfreudig

Meine ersten Leberblümchen pflanzte ich im Jahre 2000 im eigenen Offenbacher Hausgarten. Kein besonders geeigneter Boden; aber aus einem Mauerdurchbruch waren Steine vorhanden, die ich zu einem kleinen Gebirge gestaltete, und die den Alpenveilchen und Leberblümchen einigermaßen zusagten. Hier im Biebertaler Garten ist der Boden von sich aus steinig und kalkhaltig. Im Dorf gibt es einen Vorgarten, in dem sie sich rasig vermehrt haben. Ich befürchte immer, dass jemand sie mal aus Unkenntnis rauswirft.
In unserem Garten war ein einziges Leberblümchen vorhanden, meine wenigen Offenbacher zogen um und erhöhten die genetische Vielfalt.

Hepatica nobilis, Sämling und gesunde, typische Blätter
Hepatica transsylvanica, ausbreitend, typische Blätter

Außerdem schenkte mir ein netter Mensch von den Frankfurter Staudenfreunden eine große Pflanze von Hepatica transsylvanica. Sie zeigt normalerweise Ende Dezember die erste Blüte, übrigens genauso wie Cyclamen coum. Letztere blüht jetzt Ende März nur noch schwach, aber das transsylvanische Leberblümchen prangt noch in voller Schönheit.

Hepatica nobilis var. japonica, 5 Jahre nach der Pflanzung

Hepatica nobilis, das sind Edelsteine, Hepatica transsylvanica ist alltagstauglicher Schmuck. Ein weiterer Edelstein, Hepatica nobilis var. japonica, hat nur in zwei roten Pflanzen überlebt, Die besonders teuren gefüllten, von denen ich mir einige Jahre lang auf der „Grüne Börse“ im Frankfurter Palmengarten jeweils eines gönnte, sind recht schnell wieder verschwunden. Ist es bei uns zu trocken für die Inselbewohner?

Deutlich erkennbare Buchenblätter
Durchsetzungsfähig gegenüber Vinca minor

Morgens ist es noch zu kalt zum Öffnen
Buchenbeet (der Stamm gehört zu einer Koreatanne); Helleborus-Sämlinge müssen gejätet werden
Sämling mit 6-7 rundlichen Blütenblättern,
Abstand 80cm zum Sämling rechts
Sämling mit überwiegend 6 einzeln stehenden,
zugespitzten Blütenblättern

In Erinnerung an das erste Wildvorkommen der Leberblümchen, das ich Anfang der 70er Jahre im Buchenwald auf der Plesse in Wanfried (Nordhessen) sah, ließ ich am sonnigen Hang mit Streuschatten einen Rotbuchensämling stehen. Die Buche schneide ich regelmäßig zu einem Kugelbäumchen zurück. Offenbar mögen die Leberblümchen die Buchenwurzeln. Sie versamen sich inzwischen zwar an einigen Stellen im Garten, hier aber sind sie besonders üppig.


Ein zweiter Standort liegt unter einer Haselnusshecke. Nur einmal habe ich gewildert. In einer relativ feuchten Mulde in einem französischen Wald fielen Anfang März einige Pflanzen durch marmorierte Blätter auf. Auch davon gibt es die ersten Sämlinge. Allerdings hat sich ein kleines Steinbrechgewächs dort sehr verbreitet und scheint die Hepatica zu verdrängen. Also muss ich es gewaltig roden.
Hepatica nobilis ist auf der ganzen Nordhalbkugel verbreitet, wenn man es lässt.

Verbreitungsgebiet von Leberblümchen-Arten Europa und Westasien
Einen wunderschönen Frühling mit diesen fröhlichen Blumengesichtchen

Fotos: Eveline Renell und Winfried Senger

Märzenbecher bei Homberg/Ohm

Kleine Gruppe mit üblichen grünen Spitzen
es gibt auch gelbe Spitzen

Eine Frühlingsblume aus der Nachbarschaft Ist der Märzenbecher (Leucojum vernum, Amaryllidaceae). Er ist nämlich in Mitteleuropa zu Hause und wird nachweislich seit 1420 als Gartenblume verwendet. Warum ist er dennoch so selten in den Gärten?  Er braucht frischen bis feuchten nährstoffreichen Boden, Halbschatten und verträgt Kalk. In Hessen gibt es einige großflächige Vorkommen. Das größte liegt in der Nähe von Homberg/Ohm in einem Auwald.

Man ahnt das sehr feuchte Gelände

Nachdem wir uns an den Massen erfreut hatten, gingen wir gezielt auf die Suche nach Abweichungen, die es bei solchem Blütenreichtum immer gibt. Dazwischen Pflanzenfotos von anderen dort wachsenden Arten.

In einigen Biebertaler Dörfern fließen Bäche an Gartengrundstücken entlang. Hier würde die Pflanze sich sehr wohl fühlen.  Einen Klumpen Zwiebeln nach der Blüte teilen und an den endgültigen Standort setzen. Wie viele andere Frühblüher auch möchte der Märzenbecher in Ruhe gelassen werden, d.h. hacken, graben, zu früher Rasenschnitt und Gifte findet er überhaupt nicht gut. Wenn er sich wohlfühlt, wird er sich bald versamen, wenn nicht, dann ist er schnell wieder weg.

Saatgutangebote Blumen

1j= Aussaat III-V, oder Vorkultur, Blüte und Samenbildung im gleichen Kalenderjahr
2j= Aussaat im Ende V- Anfang VII, erstes Jahr nur Rosette, 2. Jahr Blüte und Samenbildung
St = Staude, +/- ausdauernde Pflanzen, hier nur kurzlebige mit Aussaat im Frühjahr, auch Vorkultur

KtPf = Kurztagspflanze, Erklärung siehe Gärtnerische und botanische Grundbegriffe
Wipf = Wildpflanze

Bitterlupine1j, auch als Gründüngung
Blumenmix für Bienen1-2j, St
Cosmea1j, sehr feine Blätter, 20-140cm, möglichst früh säen, da KtPfl
Gartenfuchsschwanz, steh.,  rot1j, dekorative Form, essbare Körner, Selbstaussaat
Gartenmohn, gefranst, r,rs, li1j, silbrige Blätter, Kapseln zum Basteln, Selbstaussaat
Gaura, PräriekerzeSt, grazil, verwebt andere Pflanzen
Jungfer im Grünen1j, kurzlebig, Kapseln als Trockenblume, Selbstaussaat
Klatschmohn, rot1j, Selbstaussaat auf offenen Beeten, Wipf
Kokardenblume 1-2j, St, rot-gelb, Sonne
Kornrade1-2j, bedrohtes Ackerunkraut, A besser IX-X, keine Wiesenpflanze, Wipf
Kronenlichtnelke Oculata2j, silbrige Rosetten, weiß mit purpur Auge, gedeiht sogar unter Fichten
Löwenmäulchen1j, Farb- und Höhenmix, blüht manchmal noch in XII
Marienglockenblume2j, große Glocken, bl, rs, wß
MoschusmalveSt, 30-80cm, oft in trockenen Wiesen, rosa, Wipf
Nachtkerzen (biennis)2j, Nachtfalterblume, „Schinkenwurzel“ essbar, zur Bodenlockerung, Wipf
Nickendes LeimkrautSt, Nachtfalterblume, zierliche, weiße Blüten, Ansprüche wie Malve, Wipf
Pfirs. Glockenblume2j, bl, wß Sonne + Schatten, passt immer, Wipf
Rizinus1j, als Solitär, ganze Pflanze sehr giftig
Silbertaler, gr-wß Blatt2j Blüte lila, Blätter ab X-III/IV schmückend, Halbschatten, Blüte IV – V
Silbertaler, lila2j, bekannte Art, Winter dekorativ weiß, Kreuzblütler,
Silbertaler, li-wß Blüte2j, Blüten zweifarbig
Sonnenblume1j, mittelhoch, gelb-gelb
Stockrose mix2j-St, liebt Sonne +Wurzeln unter Steinen (Sommer warm, Winter trocken)
Stockrose, gefüllt, rot2j-St, dito, in feuchter Luft kein Rost, früh säen und auspflanzen, nicht im Topf
Studentenblume, feinbl.1j, auch Gewürztagetes, essbar, Einfassung, gegen Bodenälchen
Tithonie1j, orange Blüten, 80-140cm, Korbblütler, als Solitär oder kleine Gruppe
Weberkarde2j, Distelgewächs – Blätter bilden „Badewanne“, Insekten!, Wipf
Ziertabak1j , Nachtfalterblume für langrüsselige Insekten, Duft

Nachtrag am 2.3.21
Ästige Graslilie St., für trockene, sonnige Böden, weiß, VII-VIII (Anthericum ramosum) Wipf
Strahlenbreitsame 2j, Doldenblütler, Äcker, weiß, ab VI, Wipf, gefährdet (Orlaya grandiflora)
Färberkamille 2j-St. Korbblütler, gelb, Färbepflanze, ab V, Wipf, (Anthemis tinctoria)
Prunkwinde 1j, klettert 2-4m, ab VI, blau-purpur, weiß, (Ipomoea purpurea)

Nutzpflanzen

Das ist ein weites Feld, um es mit Theodor Fontane zu sagen. Darum zähle ich einfach nur auf, auf welche vielfältige Weise Pflanzen genutzt werden. Die Liste lässt sich durchaus erweitern.

  • als Nahrungsmittel
  • als Baumaterial
  • als Bekleidung
  • als Medikament
  • als Farbstofflieferanten
  • als Energielieferanten
  • als Viehfutter
  • als Rauschmittel

Beiträge:
– Manche wollen hoch hinaus Etagenzwiebeln
– sitzen unterm Hollerbusch Holunder

Pflanzen als Nahrungsmittel: Das ist sicher die älteste Verwendung. Dabei wurde nach Möglichkeit alles genutzt, von der Wurzel bis zur Frucht. Heute sind wir viel einseitiger geworden. Bei den meisten essbaren Pflanzen werden – zumindest in den Industrieländern – saftige Früchte und Blätter verwendet mit geringem Energiegehalt. Auch dies ist ein Grund für die Verarmung an Pflanzenarten und Sorten.

Pflanzen als Baumaterial: Deren Nutzung dürfte bald danach gekommen sein, Als Schutz gegen Regen und Schnee bauten unsere Vorfahren provisorische Dächer aus Schilf oder Hütten oder später Holzhäuser und verwendeten Stroh in Lehmwänden. Das ökologische Bauen greift zum Teil auf Pflanzen zurück.

Pflanzen als Bekleidung: Auch heute noch verwendet man Pflanzenfasern, um Gewebe aus Baumwolle, Leinen, Viscose, aus Jute oder Sisal herzustellen. Der Begriff Textilien wird abgeleitet von Textor = Weber und Tilia = Linde.

Pflanzen als Medikament: Versuch und Irrtum, Beobachtung von Tieren. Auf dieser Grundlage beruhen die ersten Anwendungen der Pflanzen gegen Krankheiten. Ein alter Brauch ist die Kräuterweihe am 15. August. Die Pharmazeutische Industrie hat die Pflanzen nicht verdrängt; Sie versucht aber, sie selber auszunutzen. So wird z.B. im Tropischen Regenwald intensiv nach Pflanzen (und Tieren) mit Heilwirkung gesucht.

Pflanzen zum Färben: Als älteste Nutzung gilt die Körperbemalung. Womit verfärbt man beim Obst- und Gemüseputzen die Hände? Diese Farben dann auf die Häute von Tieren zu übertragen, lag nahe. Über die heutige wirtschaftliche Bedeutung von Färbepflanzen konnte ich nichts finden. Wer hilft mir?

Pflanzen als Energielieferanten: Nachdem man das Feuer entdeckt hatte, wurde Holz zum Wärmen und Kochen genutzt. Brennende Kien(=Kiefer)späne waren noch im 19. Jahrhundert ein Ersatz für die teuren Wachskerzen. Und heute? Die Maislandschaften Niedersachsens und die gesamt 3 Millionen Hektar Maisanbaufläche in Deutschland sprechen für sich – und ihre Landschaften zerstörende Energie.

Pflanzen als Viehfutter: Bis vor wenigen Jahrhunderten ernährte man die Tiere, indem man sie weiden ließ. Später dienten Laub (=Laube), Heu, Rüben, schlechte Kartoffeln im Winter als Futter. „Jeder Hof verträgt nur so viele Tiere, wie er mit eigenem Futter ernähren kann“. Riesen-Tierfarmen mit Schnellmast kippten diesen Grundsatz. Gute Lebensmittel werden für die Tiermast statt für hungernde Menschen verwendet und wertvolle Lebensräume vor allem in den Tropen durch deren Anbau zerstört. Aber: Soja wächst auch in Deutschland; und sonstige Hülsenfrüchte sind in bestimmten Kombinationen sehr gutes Tierfutter.

Pflanzen als Rauschmittel: Obst und Getreidebreie gären. Wegwerfen konnte man sich nicht leisten. Aber das beschwipste Gefühl nach deren Verzehr initiierte die Verbesserung dieses Prozesses und in Folge Bier-, Wein-, Schnapsherstellung – weltweit mit den regional vorkommenden Pflanzen. – Da war doch noch mehr? Eine wichtige Pflanze ist der Tabak. Sein Anbau unterliegt in Deutschland dem Betäubungsmittelgesetz. Die Pflanzen die dem BtMG unterliegen, werden in unserem Saatgutangebot nicht aufgeführt.

Galerie wird fortgesetzt – Foto mit M. Gastl: Screenshot während seines Online-Vortrages