Der Juli

Herr Stange von der gleichnamigen Baumschule zeigt das Veredeln mit Augen im Juli/August

„Nach dem kanonischen Recht werden im Juli Rosenstöcke veredelt.“- „Die größte Sorge bereitet das Gießen und Sprengen.“ – Da zählt der Gärtner nach Kannen, und bei Betrachtung seiner Pflanzen sagt er „Wirt, noch eins.“ „Mit Hydrant und Schlauch lässt sich natürlich ausgiebiger sprengen.“ – „Besondere Freude aber bereitet ein Schlauch, der irgendwo in der Mitte einen Riss hat, wo er am wenigsten vermutet wird. Ihr steht dann inmitten der emporschießenden Strahlen wie eine Wassergottheit, zu Füßen eine zusammengerollte Schlange, ein überwältigender Anblick! Und seid ihr dann völlig durchnässt, so erklärt ihr zufrieden, nun habe der Garten genug, und ihr geht, um die Kleider zu wechseln. Der Garten aber sagt „uff“, saugt den Springbrunnen ohne zu zucken auf und ist trocken und durstig genau wie zuvor.“

Für den Monat Juli habe ich keine Sprichwörter gefunden, die mir gefallen. Was ich euch aber ans Herz lege, zum Beispiel für die Mittagspause im Liegestuhl, ist das Buch des tschechischen Autors Karel Capek: „Das Jahr des Gärtners“. Es erschien erstmals 1929, wird aber immer wieder neu aufgelegt, weil es so vergnüglich zu lesen ist. Im Klappentext meines Exemplars vom Aufbau-Verlag steht, dass Capek vor allem zwei Gewächse in seinem literarischen Garten hegt und pflegt, nämlich den Humor und die Ironie. Und dabei kann man ganz viel übers Gärtnern erfahren.

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