Hat hier jemand was zu MELDEN?

4 Kübel, im Herbst großzügig mit Kompost aufgefüllt und einige Stauden hinein gepflanzt
– Sonnenbraut, Rittersporn, Natternkopf –
rechts ist ein abgeernteter Wirsing zu sehen, der in den Blattachseln wieder austreibt (Verwendung wie Rapa).
Aufgegangen sind Löffelkraut, Kamille, Büschelnelke und ganz viel Melde in drei Sorten.

Melden kennen ganz viele Leute als Unkraut. Die überall vertretene Ackermelde kommt vorwiegend in Hackfruchtkulturen vor und ist ein Stickstoffanzeiger. Botanisch gesehen ist sie ein Gänsefuß = Chenopodium – und ist eher mit Quinoa verwandt als mit der Gartenmelde.
Gänsefuß , z. B. Chenopodium quinoa, Chenopodium giganteum `Magenta Spreen´
Gartenmelde, Atriplex hortensis:

Die Gartenmelde empfehle ich Garten-Anfängern. Eine leichtere und zugleich erfolgreiche Kultur kann man sich kaum denken. Unsere Vorfahren haben das wohl auch zu schätzen gewusst und dabei etwa 30 Varietäten selektiert. Ich habe drei. eine Einkreuzung konnte ich bisher nicht beobachten. In Deutschland kommen Garten-Melden erst wieder seit etwa 30 Jahren vor, In Polen habe ich sie nördlich von Warschau aber noch in etlichen Gärten gesehen.

Meine drei Varietäten:

meistens noch gelber
wie gehämmert
starke Leuchtkraft

Baumspinat `Magenta Spreen´

Meistens erntet man die Melden zum ersten Mal Ende Mai durch Abschneiden. Man kann aber auch im Laufe des Sommers die einzelnen Blätter pflücken, was natürlich viel mühseliger ist. Das gleiche gilt für den Baumspinat. Alle Zubereitungen wie für Spinat und Mangold sind möglich. Junge Pflanzen eignen sich durchaus als Salat oder zumindest für eine Salatmischung. Dabei sind die gelben am mildesten.
Während Melde zum Herbst nicht mehr schmeckt, kann man den Baumspinat zwischen September und Oktober wie Grünkohl zubereiten.
Die Gartenmelde enthält viel Vitamin C und Provitamin A) , außerdem die Mineralstoffe Kalium, Magnesium, Kalzium Phospo r. Oxalsäure ist nur in kleinsten Mengen enthalten. Saponine, die z.B. für die Bodenerschließende Wirkung von Spinat verantwortlich sind, kommen bei der Melde in den Früchten vor und haben leicht abführende Wirkung.

Normalerweise werden Melde und Baumspinat nicht verpflanzt – wenn doch, dann nur mit reichlich Erdballen – sondern im April in Reihen gesät. Melden und Baumspinat sind Selbst- bzw. Windbestäuber.
Je nach Farbe machen sich die Pflanzen auch recht gut im Blumenbeet. Mir gefällt es gut, wenn man die roten Sorten so pflanzt, dass die Abendsonne dagegen scheint.

Melde und Baumspinat etwa 1,50m hoch
Fruchtstände der Roten Melde

Warum Baumspinat? Chenopodium giganteum kann sehr hoch werden. Meine höchste Pflanze, die sich selber in eine Fuge ausgesät hatte, war 3,40m hoch. Dabei ist der Stängel so stabil, dass sie nie umkippt. meine Freundin verwendet die Stängel im Folgejahr zum Stäben von Blumen.

Die beiden Gattungen gehören zu den Gänsefußgewächsen = Chenopodiaceae. Damit sind sie verwandt mit Spinat, Rote Bete, Mangold und den weniger bekannten Arten wie Guter Heinrich und Erdbeerspinat. Während Spinat im Spätsommer (Herbsternte) oder im Herbst (Frühjahrsernte) gesät und geerntet wird, fällt die Ernte der beiden beschriebenen Pflanzen in die Sommermonate.

Im Hintergrund Tellerkraut
Hier kann schon geschnitten werden

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