Leberblümchen: Das blaue Wunder

ist etwas für geduldige Gärtner

Mit ihr fing die Vermehrung an, rundliche Blütenblätter und blühfreudig

Meine ersten Leberblümchen pflanzte ich im Jahre 2000 im eigenen Offenbacher Hausgarten. Kein besonders geeigneter Boden; aber aus einem Mauerdurchbruch waren Steine vorhanden, die ich zu einem kleinen Gebirge gestaltete, und die den Alpenveilchen und Leberblümchen einigermaßen zusagten. Hier im Biebertaler Garten ist der Boden von sich aus steinig und kalkhaltig. Im Dorf gibt es einen Vorgarten, in dem sie sich rasig vermehrt haben. Ich befürchte immer, dass jemand sie mal aus Unkenntnis rauswirft.
In unserem Garten war ein einziges Leberblümchen vorhanden, meine wenigen Offenbacher zogen um und erhöhten die genetische Vielfalt.

Hepatica nobilis, Sämling und gesunde, typische Blätter
Hepatica transsylvanica, ausbreitend, typische Blätter

Außerdem schenkte mir ein netter Mensch von den Frankfurter Staudenfreunden eine große Pflanze von Hepatica transsylvanica. Sie zeigt normalerweise Ende Dezember die erste Blüte, übrigens genauso wie Cyclamen coum. Letztere blüht jetzt Ende März nur noch schwach, aber das transsylvanische Leberblümchen prangt noch in voller Schönheit.

Hepatica nobilis var. japonica, 5 Jahre nach der Pflanzung

Hepatica nobilis, das sind Edelsteine, Hepatica transsylvanica ist alltagstauglicher Schmuck. Ein weiterer Edelstein, Hepatica nobilis var. japonica, hat nur in zwei roten Pflanzen überlebt, Die besonders teuren gefüllten, von denen ich mir einige Jahre lang auf der „Grüne Börse“ im Frankfurter Palmengarten jeweils eines gönnte, sind recht schnell wieder verschwunden. Ist es bei uns zu trocken für die Inselbewohner?

Deutlich erkennbare Buchenblätter
Durchsetzungsfähig gegenüber Vinca minor

Morgens ist es noch zu kalt zum Öffnen
Buchenbeet (der Stamm gehört zu einer Koreatanne); Helleborus-Sämlinge müssen gejätet werden
Sämling mit 6-7 rundlichen Blütenblättern,
Abstand 80cm zum Sämling rechts
Sämling mit überwiegend 6 einzeln stehenden,
zugespitzten Blütenblättern

In Erinnerung an das erste Wildvorkommen der Leberblümchen, das ich Anfang der 70er Jahre im Buchenwald auf der Plesse in Wanfried (Nordhessen) sah, ließ ich am sonnigen Hang mit Streuschatten einen Rotbuchensämling stehen. Die Buche schneide ich regelmäßig zu einem Kugelbäumchen zurück. Offenbar mögen die Leberblümchen die Buchenwurzeln. Sie versamen sich inzwischen zwar an einigen Stellen im Garten, hier aber sind sie besonders üppig.


Ein zweiter Standort liegt unter einer Haselnusshecke. Nur einmal habe ich gewildert. In einer relativ feuchten Mulde in einem französischen Wald fielen Anfang März einige Pflanzen durch marmorierte Blätter auf. Auch davon gibt es die ersten Sämlinge. Allerdings hat sich ein kleines Steinbrechgewächs dort sehr verbreitet und scheint die Hepatica zu verdrängen. Also muss ich es gewaltig roden.
Hepatica nobilis ist auf der ganzen Nordhalbkugel verbreitet, wenn man es lässt.

Verbreitungsgebiet von Leberblümchen-Arten Europa und Westasien
Einen wunderschönen Frühling mit diesen fröhlichen Blumengesichtchen

Fotos: Eveline Renell und Winfried Senger

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