Fledermäuse lieben weiß?

Weiße Blüten leuchten im Dunkeln

Nein, das ist natürlich so nicht richtig. Manche Fledermausarten können zwar ein wenig schwarz-weiß sehen, aber im Wesentlichen orientieren sie sich mit ihren Rufen und ihren Ohren im Ultraschallbereich. Da sie nachts jagen, muss es auch viele nachaktive Beutetiere geben. Dazu gehören in unseren Breiten verschiedene Schmetterlinge, vor allem Schwärmer, Eulenfalter und Spanner. Alle mögen süßes Obst oder Nektar. Der ist häufig mit Duft verbunden und lockt die Schmetterlinge an. Zugleich orientieren sie sich an weißen Blüten oder auch gelben und rosafarbenen, die für Insekten sichtbares UV-Licht ausstrahlen. Wenn Sie also etwas für die Fledermäuse tun möchten, dann genügt es meistens schon, einen Balkonkasten mit den Pflanzen zu bestücken, die von nachtaktiven Insekten besucht werden.

Pflanzen für Spätheimkehrer und Nachtschwärmer:
Nachtkerzen (Oenothera biennis) – Weiße und Rote Lichtnelke (Silene alba/dioica) – Nachtviole (Hesperis matronalis) – Stechapfel (Datura stramonium) – Wegwarte (Cichorium intybus) – Echtes Seifenkraut (Saponaria officinalis) – Waldgeißblatt (Lonicera periclymenum) und Hundsrose (Rosa canina) – Weißer Phlox (Phlox paniculata), Boretsch (Borago officinalis).

Wer nur einen Platz am Fensterbrett, aber auch Spaß am Kochen hat, der lockt mit Küchenkräutern wie Majoran, Minze, Melisse, Boretsch, Salbei, Schnittlauch und Thymian im Blumenkasten die Falter für die Fledermäuse an.

Das mit den Spätheimkehrern ist wörtlich gemeint. Falls Sie immer erst spät von der Arbeit kommen, sollten Sie die oben genannten Pflanzen im Garten ansiedeln. Dann haben Sie selber auch nach 22.00 Uhr noch Freude an Ihrem Garten – mit hellen Farben und viel Duft.

Fotos Eveline Renell (außer Waldgeißblatt)