November

NOVEMBER von Heinrich Seidel (1842-1906)

Solchen Monat muss man loben:
Keiner kann wie dieser toben,
Keiner so verdriesslich sein
Und so ohne Sonnenschein!
Keiner so in Wolken maulen,
Keiner so mit Sturmwind graulen!
Und wie nass er alles macht!
Ja, es ist ’ne wahre Pracht.*) unten folgt der Rest des Gedichtes

Heinrich Seidel hatte ein besonderes Hobby: Er pflegte von seinen Reisen reichlich Samen fremdartiger Gewächse mitzubringen, um sie in Berlin oder auch anderen Orten (zum Beispiel Zimbelkraut, ein Wegerichgewächs) wieder auszusetzen. Einige Straucharten haben den Ortswechsel gut überlebt und zählen heute zum natürlichen Bestand der Vegetation in Berlin. In seiner humorvollen Erzählung LINARIA CYMBALARIA hat er selbstironisch über „diese Sorte von sonderbaren Käuzen“ geschrieben, die „sogenannten Florafälscher oder Ansalber“, die die Botaniker irreführen. An letztere richtet er die Bitte:

„Wenn ihr diesem zierlichen Pflänzchen in und bei Berlin zufällig einmal in die hellen freundlichen Augen schaut – lasst es stehen! Ihr wisst es nun, es ist ja doch nur angesalbt. Und der, der seinen Samen streute, möchte gern eine kleine grüne Spur hinterlassen auf dieser Erde.“

– Heinrich Seidel: LINARIA CYMBALARIA: In: Heinrich Seidel: Zwischen City und Idyll. Berlinische Miniaturen[8]

Im November können noch Bäume und Sträucher gepflanzt werden. In Naturschutzkreisen wird oft gegen Florenverfälschung gewettert. Andererseits beginnen Förster , Arboreten*, Staudengärtner und Gartenplaner mit Pflanzen zu experimentieren, die mit Trockenheit besser zurecht kommen als viele einheimische Gewächse. In Biebertal gibt es außerhalb des Forstamtes den Freundeskreis Gailscher Park, der 2018 neue Bäume dieser Art pflanzte. Natur.biebertaler-bilderbogen.de/neue Bäume im Gailschen Park Das sind zum Beispiel einheimisch Feldahorn und Traubeneiche, weiter weg Ungarische Eiche oder von noch weiter her Robinie und Japanischer Schnurbaum. Welche Alternative haben wir? Es ist doch besser, einen „fremdländischen“ Baum zu pflanzen, als (aus Dogmatismus) auf den Untergang aller Gehölze zu warten. Das hatten wir übrigens in der Vergangenheit schon mal. Die Förster haben vor Jahrhunderten mit schnellwachsenden Fichtenmonokulturen aufgeforstet. Durch den Holzbedarf der Glas- und Eisenhütten waren die Mittelgebirgshänge kahl geschlagen, z.B. der Schwarzwald. Diesen Forstleuten ist zu verdanken, dass wir immer noch fast überall im Wald spazieren gehen und die Waldeskühle genießen können. </p>

Seht das schöne Schlackerwetter!
Und die armen welken Blätter,
Wie sie tanzen in dem Wind
Und so ganz verloren sind!
Wie der Sturm sie jagt und zwirbelt
Und sie durcheinanderwirbelt
Und sie hetzt ohn‘ Unterlass:
Ja, das ist Novemberspass!

Und die Scheiben, wie sie rinnen!
Und die Wolken, wie sie spinnen
Ihren feuchten Himmelsthau
Ur und ewig, trüb und grau!
Auf dem Dach die Regentropfen:
Wie sie pochen, wie sie klopfen!
Schimmernd hängt’s an jedem Zweig,
Einer dicken Thräne gleich.

O, wie ist der Mann zu loben,
Der solch‘ unvernünft’ges Toben
Schon im Voraus hat bedacht
Und die Häuser hohl gemacht!
So, dass wir im Trocknen hausen
Und mit stillvergnügtem Grausen
Und in wohlgeborgner Ruh
Solchem Greuel schauen zu!

Heinrich Friedrich Wilhelm Karl Philipp Georg Eduard Seidel (* 25. Juni 1842 in Perlin; † 7. November 1906 in Groß-Lichterfelde) war ein deutscher Ingenieur und Schriftsteller.

*) Ein Arboretum ist eine Anpflanzung von Bäumen. Es gibt sie auch mit verschiedenen themen, z.B. Japanische Bäume, Immergrüne etc.

Alpenveilchen für den winterlichen Garten

Wir besuchten eine Cyclamen-Gärtnerei in Lingen/Ems

Renate Brinkers in einem von vier Cyclamen-Gewächshäusern
Pflanze und Co Produkte

Renate Brinkers hat in Lingen/Ems, wo sie wohnt, den Beruf Zierpflanzengärtnerin erlernt. Eine Gärtnerei nach altem Schrot und Korn, wo auch Gemüsejungpflanzen angezogen wurden und alles, was für das Blumengeschäft gebraucht wurde. Irgendwann entdeckte Renate blühende Herbstalpenveilchen für den Garten in drei Farben.: Es war Liebe auf den ersten Blick. Nach einigem Gesuche und Einkäufen bei etlichen Staudengärtnereien beschloss sie: Ich mache mich mit Cyclamen selbständig. „Du bist total verrückt“. war der Kommentar des Freundeskreises. Aber zu allem, was aus dem Rahmen fällt, gehört eine Portion Verrücktheit, wenn es erfolgreich sein soll. Renates Unternehmen funktionierte, und inzwischen ist sie sehr bekannt bei allen Cyclamen-Süchtigen, die früher nach England fahren mussten, um Besonderheiten zu finden. Aber hören Sie, was Renate Brinkers selber erzählt:

Viele unterschiedliche Blattmuster: Pure Winterfreude

Die Herbstalpenveilchen = Cyclamen hederifolium beginnen im September, manche Sorten sogar schon im Juli/August mit der Blüte. Die Blütezeit reicht maximal bis in den November. Aber bereits im Oktober treiben die Blätter aus und bleiben bis April. Auch wenn unsere Winter immer schneeärmer werden, um wirklich grün zu sein, braucht es entsprechende Pflanzen. Die Efeublättrigen Alpenveilchen gehören unbedingt dazu. Weil die Blütezeit im Verhältnis zur Verweildauer der Blätter relativ kurz ist, begann Renate Brinkers mit der Sammlung von Blattformen, – Farben und -Mustern. Einen winzigen Teil davon zeigen die Fotos.

Normalerweise duftet Cyclamen hederifolium nicht. aber gleich beim Betreten des Gewächshauses bekam ich den typischen Duft in die Nase. den ich von Cyclamen purpurascens kenne: „Wenn Sie die Pflanze finden, dürfen Sie sie mitnehmen!“ und siehe da, hier ist sie in ihrem Blütenreichtum:

Die typische Farbe vom Efeublättrigen Alpenveilchen, aber ausnahmsweise mit Duft
(

Eine Katalogisierung nach Blattformen und Mustern gibt es zwar nicht, aber wunderschöne Aulesen auf dieser Grundlage. Jedenfalls ziehen alle oben abgebildeten jetzt in unseren Garten ein.

Ein früher Blattaustrieb im Laubkompost im Schaugarten von Pflanze&Co
Eine so dunkle Blüte – hatte ich bisher nicht
Herbstalpenveilchen mit Hosta kombinieren

Cyclamen im Garten kann man fast das ganze Jahr über haben. Allerdings sind nicht alle Arten wirklich winterhart. Man muss es einfach versuchen, in manchen Gärten gedeihen auch Cyclamen mirabilis oder Cyclamen repandum. Sicher winterhart sind Cyclamen coum, Cyclamen purpurascens und Cyclamen hederifolium. Man kann sie an der Knollenform und dem Wurzelansatz unterscheiden. Cyclamen purpurascens soll in früheren Jahrhunderten auch in Deutschland so verbreitet gewesen sein, dass man angeblich die Schweine mit den Knollen gefüttert hat. Hierbei handelt es sich aber wohl um ein ähnliches Märchen wie die berühmte „Spinne in der Yuccapalme“. Ein vor einigen Jahren unternommener Versuch eines englischen Cyclamen-Liebhabers zeigte: Die Schweine zerwühlen das Beet mit den Pflanzen, sie fressen aber nicht die Knollen. Ich habe auch mal wieder mein Giftpflanzenhandbuch von Roth, Daunderer und Kormann zu Rate gezogen. Beim Zimmeralpenveilchen (bzw. der Ausgangspflanze Cyclamen persicum) beschreibt er 8g Knolle als tödlich, bei Cyclamen purpurascens wird keine Zahl genannt. Der Saft verursacht Hautreizungen. Man soll es auch nicht essen, es steht in der Roten Liste.

C. persicum ist die Ausgangspflanze unserer Zimmeralpenveilchen – Foto: Nalagtus, veröffentlicht in wikipedia.org

Natürlich gibt es bei Frau Brinkers auch Vorfrühlingsalpenveilchen = Cyclamen coum. Sie haben aber selten so stark gezeichnete Blätter. Die Blüten sind kleiner und ebenfalls rundlich. Zwei Sorten konnte ich erwerben.

Cyclamen coum `Maurice Dryden´
Cyclamen coum `Silver Edge´

Cyclamen coum hat immer rundliche Laubblätter. Besonders gut gefällt mir die Sorte Silver Edge´. Sie stammt möglicherweise ab von der älteren Sorte `Christmas Tree´, die um das Silber noch einen recht breiten grünen Rand hat. Cyclamen coum sät sich auf unserem kalkhaltigen Boden sehr gut aus, Allerdings bedrängt sie dabei die Mutterpflanze, siedelt sich sogar auf ihr an. Frühes Pikieren ist also nötig. Eine wunderschöne sehr großflächige Frühlingspflanzung bewunderte ich den 1980er und 1990er Jahren im Rüsselsheimer Stadtpark – von den ersten Winterlingen, Schneeglöckchen, Märzenbechern, Krokussen, Narzissen… und dazwischen bunt gemischt immer wieder das kleine Alpenveilchen. Ich hoffe sehr, dass die Pflanzung noch existiert!

Cyclamen coum im eigenen Vorfrühlingsgarten

Wenn Sie jetzt Lust auf Gartenalpenveilchen bekommen haben, dann nichts wie ran an den Katalog und die Homepage https://www.pflanze-und-co.de/, der ich das letzte Foto entnahm:

Es ist eine typische kleine Staudengärtnerei, aber mit vielen Raritäten. (Foto Brinkers)

Falls Sie wie wir persönlich in die Gärtnerei fahren wollen, so ist sie hier zu finden:

Renate Brinkers
Pflanze und Co.
Wietmarscher Str. 8
49811 Lingen

Das Garmin-Navi zeigt die Nummer 8 nicht an. Falls Sie die Nr. 1 eingeben, müssen Sie – von der B70 kommend – noch 1 km weiter fahren. Kommen Sie dagegen von der B213, dann müssen Sie 1km zuvor auf der rechten Seite schon nach der Gärtnerei gucken.

Warnung vor dem Japankäfer

Japankäfer ist meldepflichtiger Quarantäneschädling

Der Käfer hat in der EU den Status eines meldepflichtigen prioritären Quarantäneschadorganismus. Sein Auftreten muss in Deutschland den Pflanzenschutzdiensten der Bundesländer gemeldet werden. Die Länderbehörden ergreifen dann Ausrottungs- und Monitoringmaßnahmen, auf die sich die EU-Mitgliedsstaaten geeinigt haben. „Die Tatsache, dass der Japankäfer nun im Deutsch-Schweizerischen Grenzgebiet auf der Alpennordseite gesichtet wurde, versetzt die deutschen Pflanzengesundheits-Behörden in Alarmbereitschaft. Um ökonomischen und ökologischen Schäden vorzubeugen, soll unbedingt verhindert werden, dass sich der Käfer in Deutschland etabliert“, sagt Dr. Bernhard Carl Schäfer vom Julius Kühn-Institut (JKI).Er sieht ähnlich aus wie ein Mai- oder junikäfer, ist aber macimal 1,5cm lang und hat einige wesentliche Unterscheidungsmerkmale.
Weitere Informationen siehe Gartenpraxis Japankaefer im deutsch-schweizerischen Grenzgebiet gesichtet

Der Juli

Herr Stange von der gleichnamigen Baumschule zeigt das Veredeln mit Augen im Juli/August

„Nach dem kanonischen Recht werden im Juli Rosenstöcke veredelt.“- „Die größte Sorge bereitet das Gießen und Sprengen.“ – Da zählt der Gärtner nach Kannen, und bei Betrachtung seiner Pflanzen sagt er „Wirt, noch eins.“ „Mit Hydrant und Schlauch lässt sich natürlich ausgiebiger sprengen.“ – „Besondere Freude aber bereitet ein Schlauch, der irgendwo in der Mitte einen Riss hat, wo er am wenigsten vermutet wird. Ihr steht dann inmitten der emporschießenden Strahlen wie eine Wassergottheit, zu Füßen eine zusammengerollte Schlange, ein überwältigender Anblick! Und seid ihr dann völlig durchnässt, so erklärt ihr zufrieden, nun habe der Garten genug, und ihr geht, um die Kleider zu wechseln. Der Garten aber sagt „uff“, saugt den Springbrunnen ohne zu zucken auf und ist trocken und durstig genau wie zuvor.“

Für den Monat Juli habe ich keine Sprichwörter gefunden, die mir gefallen. Was ich euch aber ans Herz lege, zum Beispiel für die Mittagspause im Liegestuhl, ist das Buch des tschechischen Autors Karel Capek: „Das Jahr des Gärtners“. Es erschien erstmals 1929, wird aber immer wieder neu aufgelegt, weil es so vergnüglich zu lesen ist. Im Klappentext meines Exemplars vom Aufbau-Verlag steht, dass Capek vor allem zwei Gewächse in seinem literarischen Garten hegt und pflegt, nämlich den Humor und die Ironie. Und dabei kann man ganz viel übers Gärtnern erfahren.

Der Juni kam

Eine meiner Lieblingsrosen `Ghislaine de Féligonde´. Sie duftet nach Moschus, erreicht als Kletterose 2-4m Höhe, kann als Rambler aber auch mehr. Sehr gesund, wüchsig und mehrmals im Jahr blühend. Als Schnittrose ungeeignet

Der Juni kam, lind weht die Luft
Geschoren ist der Rasen.
Ein wundervoller Rosenduft
dringt tief in unsre Nasen.
Wilhelm Busch

Kleinstrauchrose Angela´, unentwegt blühend, gesund
aber leider ohne Duft.
`Leonardo da Vinci´ (rechts) duftet sehr schwach, ist aber in jeder Hinsicht zu empfehlen.
Unsere einheimischen Wildrosen (im Bild Rosa canina) bieten auch der Tierwelt reiche Nahrung
Rosa persica ist sehr in Mode
Kaum bekannt: Rosa palustris, die Sumpfrose

Für die Persica-Hybride ist der dunkle Fleck im Inneren der Blüte typisch. Es gibt inzwischen eine ganze Menge Sorten – da wäre doch eine Fahrt ins Rosendorf Steinfurth im Juni mal angebracht. Bei der Rosenunion sind einige Sorten ausgepflanzt.
Rosa palustris wächst tatsächlich im Sumpf. dabei hat unser Moor auf dem Dach gar keinen Tiefgang, was diese schöne, niedrige Strauchrose nicht stört. Sie beginnt später als die meisten anderen Rosen, blüht jedoch lange und manchmal im Spätsommer. Danach schmückt sie sich lange mit Hagebutten.

Die haben vielleicht Schotter!

Schotter, das steht für Geld. Normalerweise mangelt es daran, wenn das neue Haus fertig ist. Wenn also jemand nach dem Neubau noch so viel Geld übrig hat, dass ein Schottergarten angelegt werden kann, dann ist das möglicherweise pure Angeberei „Wir können uns die Steine leisten. Wir sind steinreich!“

Ein schöner Film zum Ärgern, zur Belustigung oder um mal in die Bausatzungen der Länder zu gucken.

https://www.n-tv.de/mediathek/Schottergarten-Trend

dega-galabau.de/Magazin/Archiv/Mit-rauer-Satire-radikal-gegen-Schottergaerten,.

Ergänzungen: Die Landesbauordnungen! Sie schreiben – fast – alle eine Begrünung der Außenanlagen vor. Eine Rasenfläche reicht dazu. Wer dagegen die Außenflächen nur asphaltiert, pflastert oder mit Schotter belegt, betreibt einen SCHWARZBAU.

Definition Schottergarten: Beim Schottergarten wird eine als (Vor-)Garten oder Grünanlage geeignete Fläche mit Schotter oder Steinen belegt. Dafür wird zunächst die Humusschicht in einer Höhe bis zu 50 cm abgetragen und eine Folie verlegt, auf der eine Schotterschicht aufgebracht wird. Neben ästhetischen Gesichtspunkten ist meist die Arbeitsersparnis ein wichtiger Grund für die Entscheidung zu einem Schottergarten. Zu unterscheiden vom Schottergarten ist der Steingarten, wo zwischen einer dünnen Stein- und Felsschicht alpine oder Präriepflanzen wachsen.

Aus Umwelt- und Klimasicht ist ein Schottergarten kritisch zu bewerten:

  • Er stellt eine Bodenversiegelung dar,
  • das Straßen- bzw. Stadtgrün wird reduziert
  • die Fläche heizt sich an warmen Tagen stark auf und speichert – anders als unversiegelter Boden – kein Wasser, schadet also dem Stadtklima
  • häufig wird nach einigen Jahren mit Pestiziden gegen dennoch wachsendes Grün vorgegangen,
  • Schottergärten reduzieren die Artenvielfalt.

Beispiel:

Einstufung als versiegelte Fläche

Kommunen geben als Maß der baulichen Nutzung maximale Anteile an bebauten Flächen, die sogenannte Grundflächenzahl vor. Außerdem berechnen sie Gebühren für abfließendes Regenwasser nach dem Versiegelungsgrad der angeschlossenen Flächen. Die Regelungen werden dabei von Ort zu Ort unterschiedlich bestimmt. In den meisten Kommunen gelten befestigte Schotter- und Kiesflächen als teilversiegelt und werden daher, im Gegensatz zu Grünflächen, mit Gebühren belastet, wenn ein Wasserablauf in die Kanalisation stattfinden kann. Wird anstatt eines wasserdurchlässigen Bodenvlieses für Schottergärten undurchlässige Folie, Beton oder Asphalt verwendet, so liegt Vollversiegelung vor. Für die Grundflächenzahl können Schotterflächen aber auch als vollständig versiegelt, bzw. bebaut, gezählt werden.

Tipps und Tricks

Mal sehen, ob hier was zusammenkommt.

Ende Mai kann man Stauden wie z.B. Phlox, hohe Astern, Fetthennen, Winterastern, kurz alle, die gerne auseinanderfallen, beschneiden. Auch wenn es wehtut, es hilft. Die äußeren Stängel werden um etwa ein Drittel gekürzt. Die Verzweigung stützt die inneren Stängel. Die Blütezeit verlängert sich um zwei-drei Wochen. Die abgeschnittenen Teile kann man im Wasser oder in Stecklingserde bewurzeln.

Literaturempfehlung

Hendriks, Annemieke: Tomaten – Die wahre Identität unseres Frischgemüses – Eine Reportage, Be.bra verlag Berlin 2017

In diesem Buch geht es nicht um Tomaten, ihre Vielfalt, ihre Anzucht im Privatgarten. Hier geht es um die Rolle, die die Tomate als Wirtschaftsfaktor in Europa spielt. Gärtnerfamilien werden vorgestellt, was ist regional an der Tomate, die wir im Laden kaufen? Der Kampf um Patente, Brüssel als Milchkuh und Prügelknabe, der Wahnsinn des europäischen Marktes. Gute Sorten-alte Sorten? Tomatenzucht zwischen Niederlanden, Spanien und Rumänien. Südeuropas Tomatenplantagen und die Sklaverei. und polnische Rettungsbrigaden.
Dieses Buch ist kaum bekannt, aber sehr spannend zu lesen. Und es räumt mit einer Menge an Irrglauben auf.